14.Nov 2018

50jähriges Schuljubiläum


Kategorie: Aktionen
Erstellt von: Lichau


Die Städtische Realschule Marsberg wird in diesem Schuljahr 50 Jahre alt. Zu diesem Jubiläum laden wir interessierte Ehemalige am 8. Februar 2019 ab 19 Uhr in die Schützenhalle Marsberg ein. Eintrittskarten können im Sekretariat der Realschule (Trift 33) oder bei den Buchhandlungen PODZUN und Flemming erworben werden.

Die Anfangsjahre

Um den mittleren Schulabschluss zu absolvieren, müssen in den 60er Jahren bis zu 90 Schüler jeden Tag zur Realschule nach Fürstenberg fahren. Nach einer Reihe von Beratungen, seitens der Marsberger Stadtvertretung und der Schulausschüsse, wird am 13. November 1967 einstimmig die Einrichtung einer Realschule in Marsberg zum 1. August 1968 beschlossen.

Zunächst muss die Realschule im Gebäude der alten Berufsschule in der Paulinenstraße starten, da in der alten Villa Rentzing, die als zukünftiger Schulstandort auserkoren, bis dato noch das Gymnasium untergebracht ist, welches erst Anfang 1969 in ihren Neubau umziehen konnte.

Insgesamt 84 Schülerinnen und Schüler melden sich an der negegründeten Realschule an und besuchen die zwei (!) Anfangsklassen. Bereits im zweiten Jahr des Bestehens wollen 108 Kinder zur Realschule, so dass drei neue Klassen gebildet werden müssen. Die hohen Anmeldezahlen, auch in den Jahren darauf, haben zur Folge, dass der Schulträger eine bauliche Erweiterung für eine dreizügige Schule beschließt.

Anfang 1972 verstirbt völlig unerwartet im Alter von nur 46 Jahren, mit Franz Pelizäus, der erste Direktor. Sein Nachfolger wird Joachim Raddatz.

1974 wird der erste Jahrgang mit dem Zeugnis der „Mittleren Reife" in einer festlichen Feierstunde entlassen. Im Sommer 1975 kann endlich die „neue" Realschule bezogen und kurze Zeit darauf das erste Schulfest gefeiert werden. Im Oktober 1976 gründet sich der „Verein der Freunde und Förderer".

Der Kakaotrunk und frische Milch kommen noch aus der Molkerei in Westheim. Bei den ersten Schulfesten 1975 bzw. 1976 unterstützen Schulchor und Schulorchester das Abendprogramm. Die Kapelle „La Bamba" spielt Tanzmusik, die Bratwurst kostet 1,80 DM und das Glas Bier 90 Pfennige.

Bis Anfang der 80er Jahre ist für die sich weiterentwickelnde Realschule der allgemeine Lehrermangel eine große Schwierigkeit. Nicht alle Planstellen können besetzt werden. Der unzulängliche räumliche Zustand bewirkt zudem, dass viele junge zugewiesene Lehrer die Schule nach kurzer Zeit wieder verlassen.

1982 wird erstmalig ein Schülerbetriebspraktikum in der Jahrgangsstufe 9 durchgeführt. Dies hat bis 2018 Bestand. Im selben Jahr wird mit dem Collège Léo Lagrange, der französischen Partnerstadt Lillers, ein Schüleraustausch auf den Weg gebracht. Anfangs noch mit organisatorischen Problemen verbunden, läuft es in den darauffolgenden Jahren immer besser.

Das schulische Leben wird von Autorenlesungen namhafter deutscher Jugendbuchautoren geprägt. Zu Gast in der Schule sind u.a. Hans-Georg Noack, Annemarie Norden, Josef Reding und Jo Pestum.

Im Rahmen einer Projektwoche wird 1985 ein Teich auf dem Schulgelände angelegt. Mit diesem Feuchtbiotop kann ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz geschaffen werden. Vor wenigen Jahren musste dieses Biotop allerdings dem Neubau einer Mensa weichen.

Nach 14 Jahren als Direktor geht im Jahr 1986 Joachim Raddatz in Pension. Ihm folgte mit Franz-Josef Kros sein bisheriger Stellvertreter.

Im Herbst 1988 finden unter dem Symbol einer lachenden Sonne die Feierlichkeiten zum 20jährigen Bestehen der Realschule statt. Schulfeste sind zu diesem Zeitpunkt schon längst ein fester Bestandteil der Realschule Marsberg.

Zu Beginn der 90er Jahre werden drei Jahrgangsstufen vierzügig geführt, was zur Folge hat, das Klassen- und Fachräume fehlen. Behoben wird dieses Problem notdürftig durch Umbauten im Altbau. Weiterhin steigende Schülerzahlen verschärfen die Problematik, so dass Mitte der 90er Jahre ein Anbau mit drei weiteren Klassenräumen erfolgt.

Die 90er sind die Zeit neuer Schulfreundschaften. Unmittelbar nach der Wiedervereinigung entsteht der Wunsch einen Kontakt zu einer Schule in den neuen Bundesländern zu finden. Mit der Karl-Marx Oberschule (später Tillmann-Riemenschneider Regelschule) in Heiligenstadt/Thüringen findet sich schnell ein verlässlicher Partner. Bis 2009 trifft man sich fast jährlich und führt einen regen Austausch zwischen den Kollegien.

1990 entsteht mit dem IX Liceum in Poznań/Polen ein weiterer neuer Schüleraustausch. Dieser währt von allen Austauschen am längsten. Letztmalig sind im September 2018 Schüler der Realschule zu Gast in Poznań.

Mit der Haywood Comprehensive School in Nottingham wird zudem eine Austauschschule in England gewonnen.

1991 unternehmen alle Schülerinnen und Schüler zusammen mit ihren Lehrkräften einen Ausflug nach Köln. Dafür wird extra ein Sonderzug der Deutschen Bahn gechartert.

Wie bereits die Jahre davor gibt es wieder Autorenlesungen namhafter deutscher Jugendbuchautoren u.a. Jürgen Banscherus, Kurt Wasserfall oder Gudrun Pausewang.

Das 25jährige Schuljubiläum feiert man 1993 unter dem Motto „Highlight-Expreß RS '68-93" – Das Programm in der Schützenhalle verspricht ein Feuerwerk der guten Laune mit Musik, Tanz, Komik und Klamauk.

1997 verstirbt Franz-Josef Kros. Neuer Schulleiter wird sein bisheriger Stellvertreter Jochem Dahle.

Stolze 30 Jahre Realschule in Marsberg feiert man 1998 drei Tage lang. Das Festthema lautet „Circus Realschule" mit einem bunten und abwechslungsreichen Programm.

Auch im neuen Jahrtausend bilden kulturelle Veranstaltungen einen Schwerpunkt im Schulalltag der Realschule. Neben professionellen Theaterdarbietungen führen die Schüler eigene Stücke erfolgreich auf. So unter anderem das Kriminalstück „Tödliches Rendezvous".

Exkursionen und Projekttage bilden weitere Schwerpunkte. So wird der Waldlehrpfad in Meerhof häufig von Schülergruppen besucht. An der Villa Twesine wird eine Sitzgruppe aus Holz gestaltet und neue Grubenhütten errichtet. Die Zukunftswerkstatt wird ins Leben gerufen und installiert als erste Marsberger Schule eine kleine Fotovoltaikanlage auf dem Schuldach. Die jährlichen Erlöse aus der Stromgewinnung erhält der Förderverein der Schule.

Zum ersten Mal findet in der Schule ein Berufsfindungstag statt. Das „France Mobil" ist hin und wieder zu Gast in der Schule und bringt den Schülern die französische Sprache spielerisch näher.

Das 35jährige Schuljubiläum wird 2003 mit einer Projektwoche und einem Ehemaligentreffen in der Schule durchgeführt.

Im parkähnlichen Garten der Villa Rentzing, auf deren Grundstück die Realschule steht, stand früher das Denkmal einer Irminsul. 2005 wird es zu neuem Leben erweckt. Das Denkmal an der Schule ist nach Instandsetzung nicht mehr kopflos. Eine Arbeitsgemeinschaft gestaltet das Denkmal und bringt zeitgleich ein kleines Begleitbuch heraus.

2007 wird zu Gunsten der Realschule eine Charity-Party in der Schützenhalle Giershagen gefeiert.

Wahre „Sternstunden" erlebt die Schule 2008 bei ihrer 40-Jahrfeier. In der vollen Marsberger Schützenhalle feiert man bis in die frühen Morgen-stunden.

Unter dem Namen „Fiohna" wird die erste Schülerfirma der Schule gegründet. Neben einem Nachhilfeangebot wird auch Schulkleidung verkauft. Bei einem Online-Live-Battle von Microsoft Deutschland wird über Wochen die „Schlaueste Schule Deutschlands" gesucht. Am Ende gewinnt die Realschule Marsberg nicht nur den Hauptgewinn von 10.000,-€ sondern auch eine Weihnachtsfeier mit „Märchenerzähler" Bürger Lars Dietrich.

Die in die Jahre gekommenen Fachräume der Chemie und Biologie werden erneuert und erhalten modernste Technik.

Der Schulleiter Jochem Dahle geht in den Ruhestand. Die Schule wird zunächst kommissarisch durch Detlef Völlmecke geleitet.

An vier Wochentagen bietet die Schule eine Ganztagsbetreuung an. Gemeinsam wird von Schülern, Eltern und Lehrkräften ein Leitbild erarbeitet. Traurige Anlässe veranlassen die Schule Spendenläufe zu organisieren, u.a. für DKMS und die Flutopfer an der Elbe. Interaktivität, sprich die Ausstattung von Fach- und Klassenräumen mit interaktiven Tafeln, wird stetig vorangetrieben. Zur Thematik „Rechtsextremismus" referiert Franz Müntefering und diskutiert anschließend mit den Schülern.

Im Sommer 2012 wird mit Karin Stolp die erste Frau Schulleiterin der Realschule. Dieses Amt begleitet sie bis 2014.

Das generationsübergreifende Projekt "Jung lehrt Alt" (JuleA) wird eingeführt und bis 2018 mit viel Erfolg und Begeisterung durchgeführt. Künstlerisch wird die letzte Dekade u.a. von dem Musical „Simba, König der Savanne" und dem selbst geschriebenen Theaterstück „Anna zwischen zwei Stühlen" geprägt. Technisch begeisterte Schüler nehmen am Solar-Cup oder bei den Wettkämpfen der FirstLegoLeague teil.

2016 finden die letzten Projekttage statt. Gemeinsam mit der Hauptschule werden drei Tage lang unterschiedliche Themen angeboten.

Mit drei Jahrgängen bzw. neun Klassen besucht man 2017 den Gasometer in Oberhausen und anschließend das Musical „Tarzan".