16.Sep 2018

Deutsch-polnische Freundschaft - Austausch mit Poznań


Kategorie: Aktionen
Erstellt von: Lichau

27 Jahre Schüleraustausch: Marsberg - Poznań




1991 fand die erste Begegnung zwischen Schülern der Realschule Marsberg und des IX. Liceums aus Poznań (dt.: Posen) statt. Nachdem die polnischen Gäste im April zu Besuch in Marsberg waren, begann am Abend des 7. September 2018 für 17 Schülerinnen und Schüler der Realschule und ihre beiden Begleitlehrkräfte, Frau Gerstmann und Herr Lichau, der Gegenbesuch in Poznań. Während im Frühjahr der europäische Gedanke im Mittelpunkt des Austausches stand waren beim Gegenbesuch eher historische Bezüge zwischen Deutschland und Polen wichtige Programmpunkte.

Nach einer neunstündigen Busfahrt traf die Gruppe am Hauptbahnhof in Poznań ein und verbrachte das Wochenende in Gastfamilien.

Zu Beginn der Woche stellten die polnischen Schüler ihren Gästen zunächst einmal die Schule vor bevor alle Schüler drei Stunden am regulären Unterricht teilnahmen. Am Nachmittag unternahmen die Schüler eine Stadtrallye auf der Posener Dominsel.


Früh am Dienstagmorgen brach man zu einem zweitägigen Busausflug auf. Als erstes stand ein Besuch in Malbork auf der Tagesordnung. Malbork (dt.: Marienburg) ist durch die gleichnamige Marienburg bekannt, die als das größte Werk der Backsteingotik gilt. Die Burganlage war von 1309 bis 1457 Sitz der Hochmeister des Deutschen Ordens und somit Haupthaus und Machtzentrum des Deutschordensstaates. Nach einer dreistündigen  Besichtigung und einem gemeinsamen Essen ging es weiter nach Toruń. Die Stadt an der Wisła (dt.: Weichsel) ist vor allem für seine berühmten Pfefferkuchen und Nikolaus Kopernikus bekannt.


Der Mittwoch begann mit dem Besuch des „lebendigen“ Pfefferkuchenmuseums „Muzeum Piernika“. Das erste Stockwerk brachte die Gruppe - unter dem wachsamen Augen vom Lebkuchenmeister und der gelehrten sowie charmanten Hexe - auf eine magische Art in das Mittelalter. Eigenhändig bereiteten sie aus Teig die Toruńer Spezialität zu. Im zweiten Stockwerk ging die Zeitreise weiter und brachte die Gruppe in eine kleine Fabrik aus dem 19./20. Jahrhundert. Dort konnten originale deutsche Maschinen und antike Öfen, die zum Backen der Lebkuchen verwendet wurden, bewundert werden. Danach duften alle Teilnehmer ihren Lebkuchen mit nach Hause nehmen.


Bei einer anschließenden Stadtführung konnte man die Altstadt von Toruń bewundern, die von den Zerstörungen im 2. Weltkrieg weitgehend verschont geblieben ist. Bei einem gemeinsamen Mittagessen hatten die Teilnehmer die Möglichkeit Piroggen mit diversen Füllungen zu kosten. Am frühen Abend ging es zurück nach Poznań.


Am vorletzten Tag traf sich die Gruppe zunächst vor dem bekanntesten Poznańer Gebäude, dem Ratusz (dt.: Rathaus). Direkt gegenüber liegt das „Rogalowe-Muzeum Poznania“. Hier erfuhr die Gruppe die Geschichte und Herstellung rund um das St.-Martins-Hörnchen und lernte einige Wörter der Posener Mundart kennen. Im Anschluss fand eine Stadtführung statt, bei der u.a. die imposante und barocke Kirche „Fara Poznańska“, der Aussichtsturm des Königsschlosses und das Kaiserschloss besichtigt wurden.


Am letzten Tag wurden in einer Berufsschule die berühmten St. Martins-Hörnchen hergestellt und verköstigt. Im Anschluss konnten die deutschen Schüler ihre erlernten Polnisch Kenntnisse unter Beweis stellen.

Zur Erinnerung an die vergangenen 27 Jahre Schulpartnerschaft erhielt die gastgebende Kollegin Fr. Grabowska für ihr Gymnasium zwei eingerahmte Poster. Zum einen eine Auswahl an Bildern aus den vergangenen Jahren und all den gemeinsamen Aktivitäten und zum anderen eine Übersicht typischer Sauerländer Wörter.


Am Abend und nach zahlreichen neuen Erfahrungen ging es zurück in das beschauliche Sauerland.

Mit dem Auslaufen der Schulform „Realschule“ in Marsberg war dies nun leider der letzte gegenseitige Besuch. Die Sekundarschule Marsberg wird – wenn es hoffentlich genügend interessierte Schüler gibt – den Austausch in Zukunft weiterführen.

Allen, die in den vergangenen 27 Jahren den Schüleraustausch organisiert und durchgeführt haben, und somit für einen wichtigen Beitrag zu bilateralen Begegnungen (die sich wiederum auf die Entwicklung sozialer und interkultureller Kompetenzen junger Menschen auswirken) geleistet haben, an dieser Stelle ein HERZLICHES DANKESCHÖN!!!

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